Forschungsprojekt „Life Events“
Das vom FWF finanzierte Forschungsprojekt „Life Events“ (mit dem Titel „Sozio-kognitive und biologische Reaktionen auf Misshandlung“) untersucht die Zusammenhänge zwischen positiven und negativen Kindheitserfahrungen und verschiedenen Aspekten der psychischen (soziales Verhalten, Empathie) und biologischen (Gehirnfunktion und -struktur, Immunfunktion) Gesundheit von Menschen mit bipolarer Störung BD im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen.
Kindheitserfahrungen

Kindesmisshandlung (childhood maltreatment [CM]) ist ein Risikofaktor für viele psychische und physische Gesundheitsprobleme. Während der Einfluss von CM auf psychologische (z. B. soziale Kognition) und biologische (z. B. neuronale, biomolekulare) Behandlungsergebnisse beispielsweise bei Menschen mit Schizophrenie oder Autismus bereits umfassend untersucht wurde, ist seine Relevanz im Zusammenhang mit bipolaren Störungen (bipolar disorder [BD]) und die Rolle verschiedener CM-Subtypen (d. h. emotional, körperlich, sexuell) nach wie vor unklar. Um diese Wissenslücke zu schließen, untersucht das Forschungsprojekt „Life Events” den Zusammenhang zwischen emotionaler CM und verschiedenen Aspekten der sozialen Kognition (Emotionserkennung, Empathie) bei Menschen mit BD im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen. Gleichzeitig untersuchen wir die Rolle positiver Kindheitserfahrungen und deren Zusammenhang mit den Behandlungsergebnissen bei BD.
Bipolar disorder
Dieses Projekt widmet sich den Zusammenhängen zwischen negativen Kindheitserfahrungen und bipolaren Störungen (BD) und der diesbezüglichen Rolle von Schutzfaktoren. Bis zu 36 % der Allgemeinbevölkerung und 57 % der Menschen mit BD berichten von CM. Eine solche Vorgeschichte steht bei BD im Zusammenhang mit einem früheren Krankheitsbeginn, häufigeren depressiven und manischen Episoden, psychotischen Symptomen, einem erhöhten Risiko für Suizid und nicht-suizidale Selbstverletzung und einem geringeren Behandlungserfolg.
